Trauer um Lothar Witzke

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von einem Menschen, der für viele von uns weit mehr war als nur ein Vereinskamerad – von Lothar Witzke, der in diesem Jahr seinen 89. Geburtstag feiern durfte.

Mit seinem Tod verlieren wir nicht nur ein langjähriges Mitglied, sondern ein Stück lebendige Vereinsgeschichte. Fast 70 Jahre war Lothar den Schachfreunden 1946 Brühl verbunden – eine außergewöhnliche Treue, die ihresgleichen sucht. Mit 14 Dorfmeistertiteln zwischen 1967 und 2001 ist er bis heute Rekordhalter des Vereins. Er war nicht nur dabei, er hat diesen Verein geprägt getragen und mit Leben gefüllt. Bald nach der Gründung unseres Vereins 1946 trat Lothar mit seinem Bruder in der Schachclub Brühl, wie er damals noch hieß ein. Aufgrund seiner Verdienste um die Jugend wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Er war ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen Weges.

Lothar mit Norbert beim Vereinstreffen im Biergarten im Sommer 2025.

Noch im letzten Jahr nahm er an unserem Mannschaftsessen im TV-Clubhaus teil und überlegte noch, ob er nicht ab und zu unsere Mannschaft unterstützen könnte. Doch Zahlen allein können nicht ausdrücken, was Lothar für uns bedeutet hat. Über viele Jahre hinweg hat er sich mit großem Engagement der Jugendarbeit gewidmet. Als Jugendleiter war er nicht nur Organisator, sondern vor allem Lehrer, Förderer und Begleiter. Mit Geduld, Leidenschaft und einem feinen Gespür für Menschen hat er unzählige junge Schachspieler ausgebildet. Viele von ihnen stehen heute selbst erfolgreich in höheren Ligen – und tragen ein Stück von Lothars Geist und Können in sich weiter.

Er hat nicht nur das Spiel gelehrt, sondern Werte vermittelt: Fairness, Ausdauer, Respekt und die Freude am Denken. Für viele war er ein Vorbild – am Brett und darüber hinaus. Wer Lothar kannte, wusste: Auf ihn war Verlass. Er war da, wenn man ihn brauchte. Still oft, bescheiden, aber mit einem wachen Geist und einem großen Herzen für „seinen“ Verein. Sein Platz bleibt nun leer. Doch das, was er aufgebaut hat, bleibt bestehen. In jedem Zug, der mit Bedacht gespielt wird. In jedem jungen Talent, das gefördert wird. Und in der Gemeinschaft, die er über Jahrzehnte mitgeprägt hat.

Wir nehmen Abschied in Dankbarkeit – für all die Jahre, für all das Engagement, für die vielen Spuren, die er hinterlassen hat.

(Matthias Kramer)