Nur drei Wochen nach dem Tod seines jüngeren Bruders Lothar ist nun auch Gerhard von uns gegangen. Die Schachfreunde fühlen mit den Familien, wie auf einmal liebe Menschen, die eigentlich immer da waren, nun plötzlich fehlen.
Vieles, was man über Lothar sagen konnte, trifft auch auf Gerhard zu. Schachlich vielleicht etwas im Schatten seines Bruders war er dennoch als Spieler in der Mannschaft über Jahrzehnte hinweg eine unverzichtbare Stütze. Im März 2023, also im Alter von fast 91 Jahren, spielte er seinen letzten Mannschaftskampf. Wenn es ihm seine Gesundheit erlaubt hätte, wären mit Sicherheit noch ein paar Einsätze dazugekommen.

Als Funktionär im Verein war Gerhards Schwerpunkt die Kasse. Akribisch und tadellos hat er diese über 30 Jahre geführt. Bei den Ausgaben wachte er kritisch darüber, dass ein kleiner Verein eben auch keine allzu großen Sprünge machen darf. Für seine großen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Zu einem Verein gehört neben den sportlichen und organisatorischen Belangen auch das menschliche Miteinander. Vielleicht war das Wirken von Gerhard in diesem Bereich am allerstärksten. Immer präsent, immer offen für Jeden und Alles, immer bereit zu unterstützen und dies in einer bescheidenen und ausgleichenden Art und Weise, das war Gerhard, ein Vereinskamerad par excellence.
In der Traueranzeige steht sein Wunsch nach einem Platz unter uns, so wie er ihn im Leben hatte. Lieber Gerhard, bei Deinen Schachfreunden ist Dir dieser Platz gewiss!
(Norbert Blum)